Warum ich aus Datenschutz- und Souveränitätsgründen von Gmail & Microsoft zu Proton gewechselt bin
Warum ich aus Datenschutz- und Souveränitätsgründen von Gmail & Microsoft zu Proton gewechselt bin

Warum ich aus Datenschutz- und Souveränitätsgründen von Gmail & Microsoft zu Proton gewechselt bin

In den letzten Jahren habe ich mich intensiv mit Datenschutz, digitaler Selbstbestimmung und der Kontrolle über meine eigenen Daten beschäftigt. Heute möchte ich erklären, warum ich beschlossen habe, meine E-Mails, meinen Office-Workflow und meine Online-Kommunikation konsequent aus den Ökosystemen großer US-Konzerne wie Google und Microsoft herauszulösen – hin zu einem Anbieter, der Datenschutz, Privatsphäre und digitale Souveränität ernst nimmt.


Die Problematik großer E-Mail- und Office-Dienste

Du bist das Produkt

Gmail, Outlook und andere Freemail-Dienste aus den Ökosystemen großer Tech-Konzerne werden oft kostenlos angeboten. Aber „kostenlos“ bedeutet hier:
➡️ Du bezahlst mit deinen Daten.
Diese E-Mail-Anbieter sammeln riesige Mengen an Informationen über dich – nicht nur Inhalte deiner Nachrichten, sondern auch Metadaten, Interaktionsdaten und Verhalten, die sie nutzen, um Profile zu erstellen, Werbung auszuspielen oder Dienste stärker zu verknüpfen. Das ist kein Geheimnis, sondern Teil des Geschäftsmodells großer Plattformen. Auch Dienste wie Microsoft Outlook sammeln Daten, sobald du Konten Dritter integrierst – inklusive Passwort- und Inhaltsinformationen –, was Datenschützer kritisch sehen. 

US-Gesetze ermöglichen Behördenzugriffe

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die rechtliche Situation:
E-Mail-Anbieter aus den USA unterliegen Gesetzen wie dem Cloud Act. Das bedeutet: US-Behörden können unter bestimmten Umständen auf Daten zugreifen, selbst wenn sie in anderen Ländern gespeichert sind.

Ein Beispiel dafür ist, dass das US-Justizministerium in der Vergangenheit bei Ermittlungen unter anderem Metadaten von E-Mail-Diensten verlangte – etwa im Zuge von Untersuchungen politischer Leaks. 


Solche Fälle zeigen, dass E-Mail-Konten auch dann betroffen sein können, wenn man darin eigentlich nur private oder berufliche Inhalte hält.

Und es gibt zahlreiche Berichte (auch aus Anwender- und Branchenkreisen), dass Konten oder Zugänge gesperrt wurden oder stark eingeschränkt werden können – z. B. im Rahmen von Durchsetzungs- oder Sicherheitsmaßnahmen, ohne dass Nutzer eine echte Kontrolle darüber haben, was passiert und warum.


Warum Datenschutz für mich oberste Priorität hat

Deine E-Mails enthalten dein Leben

E-Mails sind weit mehr als nur „Kommunikation“ – sie enthalten Terminplanung, Passwörter, persönliche Nachrichten, Kontakte, geschäftliche Informationen, Verläufe und häufig auch sensible Dokumente. Das macht sie zu einem zentralen Teil deiner digitalen Identität

Vertraust du einem Anbieter uneingeschränkt, der jederzeit theoretisch Zugriff hat und dessen Geschäftsmodell auf Datenverarbeitung basiert? Ich konnte das nicht mehr mit meinem Anspruch auf Privatsphäre und Selbstbestimmung vereinbaren.


Die Wahl: Proton statt Gmail & Microsoft

Nach Analyse und Tests habe ich mich entschieden, meine Kommunikation und digitale Zusammenarbeit auf Protonumzustellen – und zwar komplett:

➤ E-Mail mit eigener Domain

Ich habe meine E-Mail-Adressen auf einen Proton-Account mit eigener Domain migriert. Dadurch verwalte ich nicht nur meine Postfächer, sondern ich bestimme, wem ich meine Daten anvertraue.

➤ Online-Office & Kalender

Statt Microsoft 365 oder Google Workspace nutze ich Protons Online-Office-Funktionen und Kalender – ebenfalls datenschutzfreundlich und ohne versteckte Datennutzung für Werbezwecke.


Was macht sichere Anbieter wie Proton, Tutanota oder Mailbox.org besser?

1. Ende-zu-Ende-Verschlüsselung

Bei Diensten wie Proton oder Tutanota sind E-Mails standardmäßig verschlüsselt – sogar die Inhalte, die selbst der Anbieter nicht lesen kann. Das ist bei Gmail oder Outlook nicht der Fall, selbst wenn TLS übertragen wird. 

Das bedeutet konkret:
➡️ Deine Nachrichten bleiben privat.
➡️ Niemand – weder der Betreiber noch Dritte – können ohne deinen Schlüssel darauf zugreifen.

2. Keine Datensammlung für Werbung

Im Gegensatz zu klassischen Freemail-Diensten gibt es bei Proton, Tutanota oder Mailbox.org keine Datensammlung zwecks Monetarisierung oder Werbung.
Diese Dienste finanzieren sich überwiegend durch Abonnements, nicht durch Nutzerdaten. 

3. Strengere Datenschutzgesetze

Proton hat seinen Sitz in der Schweiz, einem Land mit sehr strengen Datenschutzgesetzen, außerhalb von USA/EU-Jurisdiktionen. 
Mailbox.org oder Posteo aus Deutschland unterliegen ebenfalls strengen Datenschutzstandards und haben transparente Transparenzberichte über Behördenanfragen veröffentlicht. 

4. Du kontrollierst deine Daten

Bei diesen Anbietern bestimmst du:
✔ wer auf deine Daten zugreift
✔ wie sie verwendet werden
✔ und wie lange sie gespeichert werden

Das ist der Kern der digitalen Souveränität, die ich anstrebe.


Warum ich Gmail & Microsoft nicht mehr vertraue

➤ Datenmodell widerspricht Privatsphäre

Sowohl Google als auch Microsoft sammeln Informationen systematisch, um Dienste zu verbessern, Werbung einzuspielen oder Nutzerprofile zu erstellen. Diese Praxis steht für mich im Widerspruch zu einem echten Recht auf Privatsphäre. 

➤ Rechtliche Abhängigkeit von US-Behörden

Wie beschrieben können Anbieter wie Microsoft und Google durch US-Gesetze in gewissem Umfang gezwungen werden, Daten herauszugeben – häufig mit Gag Orders oder ohne umfassende Transparenz gegenüber Nutzern. 

Das Risiko, dass sensible digitale Identitäten so teilweise außerhalb meiner Kontrolle stehen, war für mich nicht akzeptabel.


Fazit: Mehr Kontrolle – mehr Privatsphäre – mehr Souveränität

Der Wechsel zu Proton (mit eigener Domain, E-Mail, verschlüsselten Chats und Online-Office) hat mir ein Gefühl von echter digitaler Selbstbestimmung gegeben. Ich weiß:

  • Meine privaten und beruflichen Inhalte gehören mir.
  • Niemand liest oder analysiert meine Kommunikation ohne meine Zustimmung.
  • Ich bin nicht länger abhängig von einem wertegenutzten Geschäftsmodell.

Für alle, die Wert auf Datenschutz, digitale Freiheit und Kontrolle über die eigene Online-Identität legen, sind Proton, Tutanota, Mailbox.org und ähnliche Dienste deutlich vorzuziehen gegenüber klassischen Freemail-Anbietern wie Gmail oder Microsoft Outlook.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert